
21. Februar 2007
Protokoll der Strafverhandlung am 14.2.2007 (I)
gegen
den Psychologen Hans Krens
wegen ‘ontucht met misbruik van gezag’ (art.
249.2.3 sr) bzw.
wegen sexuellen Missbrauchs unter Ausnutzung eines Beratungs-, Behandlungs oder Betreuungsverhältnisses
Das Datum für den
zweiten Termin der Strafverhandlung (II) ist noch
nicht bekannt.
Allgemeine
Information über diesen Fall
und
strafrechtliche Verankerung
der Tatbestände
Am Mittwoch dem 14.2.2007 fand im Gericht von Roermond die strafrechtliche Verhandlung
gegen den niederländischen Psychologen
Hans Krens aus Ubbergen/Molenhoek statt. Der Psychologe ist
seit Anfang November in Untersuchungshaft wegen des Verdachtes auf mehrfachen sexuellen Missbrauchs von
Patientinnen/Klientinnen. Es geht hierbei um den Strafbestand „ontucht met
misbruik van gezag“ nach Artikel 249.2.3 des niederländischen Strafgesetzbuches der dem §174
StGB (Strafgesetzbuch)
betreffend sexuellen Missbrauchs unter Ausnutzung eines Beratungs-,
Behandlungs- oder Betreuungsverhälnisses entspricht. Als
Begründer der tiefenpsychologischen
Körpertherapie baute er zusammen mit seiner Ehefrau das Ausbildungsinstitut IAP (1) auf.
Der von ihm mit gegründete Berufsverband, die Gesellschaft für Tiefenpsychologische Körpertherapie
(GTK) (2), wurde Ende letzten
Jahres aufgelöst. Der Prozess, der am 14. Februar mit einer ganztägigen
ersten Sitzung begann, wird voraussichtlich in 1-3 Monaten fortgesetzt.
Zu Anfang der Sitzung, die um ca. 10.30 Uhr begann, wurde der Name des Angeklagten Hans Krens (weiterhin ‘K’ genannt), der in
Breda geboren wurde, vorgelesen
und mitgeteilt, dass der Angeklagte sich momentan in Untersuchungshaft im Gefängnis von Arnhem befindet. Das Strafgericht betraf
eine ‘meervoudige kamer’ (mehrfältige
Strafkammer), die aus drei Richtern bestand, zwei Frauen und ein
Mann. Der Angeklagte wurde darüber informiert,
dass er nicht verpflichtet ist, auf Fragen
zu antworten.
Die Fakten
Die Faken, die durch
den Staatsaanwalt
(Officier van Justitie (OvJ)),
Herrn mr. P.A. P. van Hilten
(im Übrigen ‘OvJ’ genannt) der Staatsanwaltschaft Roermond Staatsanwaltschaft
Roermond vorgetragen wurden: K. wird von
vier Tatbeständen beschuldigt, betreffend sexuellen Missbrauch unter Ausnutzung eines Beratungs-, Behandlungs oder Betreuungsverhältnisses.
(1)
Das mehrmalige
Betreiben von Unzucht mit Opfer
(2)
Das mehrmalige
Betreiben von Unzucht mit Opfer 2 während K. im Gesundheitswesen arbeitete.
(3)
Das mehrmalige
Betreiben von Unzucht mit Opfer 3 während K. im Gesundheitswesen arbeitete.
(4)
Das mehrmalige
Betreiben von Unzucht mit Opfer 4 während K. im Gesundheitswesen arbeitete.
Bei zwei Opfern ist die Rede von langjährigem Missbrauch (ca. 8 Jahre lang), bei zwei Opfern geht es um eine
kürzere Periode in der der Missbrauch
staatgefunden hat. In drei der vier Fällen von Unzucht war u.a. auch die Rede von sexuellem
Eindringen, so lauten die Beschuldigungen. Die meisten Tatbestände wurden in
Molenhoek, in den Niederlanden, verübt.
(*) Opfer 1 wünscht die Teile des Protokolls die sie betreffen nicht
veröffentlicht zu sehen.
(1) IAP (Internationale Akademie für Prävention und Psychotherapie): http://prevention-psychotherapy.com/
(2) GTK: www.gtk-online.de
Auf Basis von dieser Publikation kann kein Rechtsanspruch geltend gemacht werden. Alle Angaben sind ohne jede Gewähr. Für Abweichungen zwischen dem Beschriebenen und dem in der Sitzung Gesprochenen übernehmen wir keinerlei Verantwortung. Es ist selbstverständlich, dass alle Angaben so korrekt wie möglich sein werden. Da die Sitzung viele Stunden dauerte und Vorträge teilweise sowohl auf Niederländisch als auch auf Deutsch gemacht wurden, war es schwieriger als gewöhnlich, den Verlauf der Sitzung so umfassend wie möglich notieren zu können. Sollten Sie die Sitzung auch verfolgt haben und sollten Sie meinen, dass Sie etwas Wichtiges zur Ergänzung des Publizierten beitragen können, bzw. sollten Sie einen Fehler finden, der Ihnen gravierend erscheint, schätzen wir es sehr, wenn Sie darüber Kontakt mit uns aufnehmen würden. Ziel dieser Publikation ist es, dass die ca. 2000 Menschen, die die Ausbildung bei der GTK absolviert haben, ein möglichst korrektes Bild des Ganzen bekommen können. Es ist keineswegs unsere Absicht, selektiv zu berichten. Das Sitzungsprotokoll hat nur die Absicht, diejenigen, die der Sitzung nicht beiwohnen konnten, so gut wie möglich über deren Verlauf zu informieren. Immerhin sind sehr viele Gemüter, vor allem in unserem Nachbarland Deutschland, durch die Tatbestände, die gegen K. vorliegen, bewegt. Aus Kontakten per E-mail sowie telefonisch erfahren wir auch, dass dieses ganze Geschehen für viele Menschen besonders emotional ist. Da viele lange Zeit und auf besondere Weise mit dem Angeklagten verbunden waren, und inzwischen auch viel über diese Sache gesprochen wird, erscheint es uns äußerst wichtig, so umfassend und korrekt wie möglich zu berichten. Dies, mit dem Ziel, dass die Fakten bekannt werden und es für Menschen einfacher wird, ihr eigenes Urteil über diesen Fall zu fällen. K. beeinflusste eine große Anzahl Menschen in starker Weise durch seine Tätigkeiten als Therapeut, Ausbilder, Supervisor und als mit Klientinnen experimentierender Psychologe. Wir sind der Meinung, dass nun all diese Menschen über das Ganze informiert werden sollten.
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